Geschäftsbericht 2000

Das Jahr 2000 war für das Erste Stolberger Akkordeon-Orchester „Harmonia“ e.V. natürlich ein ganz besonderes Jahr – man wird schließlich nicht jedes Jahr 50! Demzufolge war der Terminplan für dieses Jahr auch so voll wie lange nicht mehr, und obwohl das ganze Jahr über eine Veranstaltung auf die nächste folgte, kann unser Jubiläum nicht nur als kräftezehrend, sondern mit Sicherheit auch als großer Erfolg in die weitere Chronik eingehen.

So war auch ausnahmsweise der erste Termin des Jahres nicht die Jahreshauptversammlung, sondern ein Fototermin, und so trafen sich die SpielerInnen am Sonntag, den 20. Februar 2000 in den Räumen des Möbelhauses Käsmacher, wo unser Starfotograf Christian uns auch noch nach 2 Stunden ein Lächeln entlockte, das dann später in der Festschrift zum Strahlen kam. Ein Dank hier noch einmal an das Möbelhaus Käsmacher für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die freundliche Bewirtung sowie an Doris Flohrmann, die uns diese stilvolle Umgebung ermöglichte.

Am 24. Februar saß man dann in fast schon gemütlicher Runde in der Gaststätte Contzen zur alljährlichen Mitgliederversammlung. Da keine Wahlen auf der Tagesordnung standen und das Programm entsprechend kurz war, wurden anschließend bei einer Diavorführung noch einmal die Höhepunkte der ersten 50 Harmonia-Jahre bestaunt und belacht.

Zum ersten Konzert des Jahres 2000 war das Orchester zur Gast beim MGV „Orphea“ in Bardenberg. Wie gewohnt, war auch das Würselener Publikum von unseren Darbietungen begeistert, und so wurde der Einstieg in die Konzertsaison erfolgreich abgehakt.

Am 1. Juni traf man sich traditionsgemäß zum Wandertag in Mulartshütte. Wie immer konnte man die bei Erbsensuppe und Kuchen angesammelten Kalorien am Nachmittag gleich wieder abarbeiten, interessanterweise ist jedoch der eigentliche „Wandertag“ immer mehr ins Abseits gerückt – so gab es denn auch anschließend den ernstgemeinten Vorschlag, das ganze in „Familientag“ umzubenennen. Mal sehen, was wir dieses Jahr auf dem Terminplan stehen haben...

Zwischenzeitlich liefen die letzten Vorbereitungen für das erste Jubiläums-Spektakel auf Hochtouren, denn am 17. Juni fand auf dem Kaplan-Dunkel-Platz der Harmonia-Info-Tag statt. Den ganzen Tag über wurde den interessierten Gästen bei strahlendem Sonnenschein nicht nur jede Menge Wissenswertes rund um das Akkordeon und das Orchester gezeigt, es wurde auch nahezu ununterbrochen musiziert. Solisten, Ensemble, großes Orchester und jede Menge weitere freiwillige Helfer – alle waren den ganzen Tag im Schweiße ihres Angesichts damit beschäftigt, das Publikum zu erfreuen, sei es mit einer öffentlichen Probe, diversen solistischen Einlagen oder mit Musikwünschen auf Zuruf - nicht zu vergessen natürlich auch die Versorgung mit Kuchen und Kartoffelsalat sowie Getränken. So konnten unsere Gäste an einer Ausstellung die Höhepunkte der Vereinsgeschichte noch einmal Revue passieren lassen oder sich von Gerd Weilerscheidt oder dem extra aus Remscheid angereisten Michael Rheinländer die Funktionsweise eines Akkordeons anschaulich erklären lassen, man konnte sich bei unseren Gratiskonzerten von den Qualitäten des Orchesters überzeugen oder einfach an diesem heißen Tag ein leckeres Bierchen genießen. Stellvertretend für die vielen Helfer an diesem Tag und bei den Vorbereitungen vorher möchte ich noch einmal einen Riesendank an Monika Schnitzler aussprechen, ohne deren wochenlangen unermüdlichen Einsatz diese Veranstaltung nicht machbar gewesen wäre.

Unser erstes Kurkonzert 2000 gaben wir am 16. Juli um 15.30 Uhr in der Musikmuschel Monheimsallee in Aachen – auch wenn es um 15.25 Uhr noch so aussah, als würde dieses Konzert buchstäblich ins Wasser fallen. Die andauernden heftigen Regenfälle hatten die Spieler stark verunsichert, ob unter den gegebenen Umständen ein Konzert überhaupt stattfinden sollte. Da unser Ansprechpartner bei der Stadt Aachen telefonisch nicht zu greifen war und in unserem Vertrag keine Schlechtwetterklausel vorgegeben war, fasste man schließlich 5 Minuten vor Spielbeginn den Beschluss, aufzubauen und zu spielen – sollten keine Zuhörer kommen, so hätte man wenigstens sein Soll erfüllt und das Ganze als Regenprobe abgehakt. Wie schon 1999 in Jülich zeigte sich aber auch dieses Mal wieder, das Petrus wohl ein Musikfreund sein muss, denn pünktlich mit den ersten Tönen riss die Wolkendecke überraschend auf, und nach ein paar Minuten kamen tatsächlich einige Zuhörer, so dass wir den Rest des Konzertes in gewohnter Form durchführen konnten. Einzig ich selbst kam beim dritten Stück etwas in Bedrängnis, da ich unvorsichtigerweise mein Moderationsmikrofon nicht angeschlossen hatte und dies während der „Folies Bergère“ noch schnell verkabeln musste, um die mittlerweile eingetroffenen Gäste begrüßen zu können.

Bereits einen Sonntag später stand das nächste Konzert auf dem Plan, und bei deutlich besserem Wetter spielten wir im Brückenkopfpark in Jülich. Die „Harmonia“ war in bester Spiellaune, und die zahlreich erschienenen Zuhörer (das Hauptbühnenzelt war proppenvoll besetzt) waren hellauf begeistert. Der Veranstalter zeigte sich anschließend ebenfalls sehr angetan und buchte uns sofort für 2001 – sofern die Stadt Jülich noch ein Kulturprogramm in diesem Gelände finanzieren kann. Sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird von diesem Konzert sicherlich Jürgen, der mit seiner Sonnenbrille bei „Copacabana“ das richtige Strandfeeling aufkommen ließ.

Am 23. September war das Orchester erstmalig eingeladen, auf dem Wegberger Flachsmarkt ein Konzert zu geben. Dieser Handwerkermarkt, für den das gesamte Zentrum von Wegberg-Beek gesperrt ist, bereitete uns aufgrund der ungünstigen Voraussetzungen etwas Kopfzerbrechen – die Hälfte der Spieler musste ihre Instrumente vom außerhalb des Ortskerns liegenden Parkplatz bis auf die Bühne schleifen, welche ohnehin viel zu klein war, und einige Spieler hatten zum eigentlich geplanten Konzertbeginn keinen Sitzplatz, da der Veranstalter anscheinend nicht ausreichen über unsere Orchesterstärke und den Platzbedarf informiert war. Da auch zu diesem Termin Petrus ein Einsehen mit uns hatte, verlegte man den größten Teil des Orchesters kurzerhand vor die Bühne mitten auf den Marktplatz, und nachdem endlich auch genügend Stühle herangeschafft waren, konnte das Konzert (wenn auch mit gut 20 Minuten Verspätung) doch noch losgehen. Das Konzert selber war dann für alle Seiten wieder ein voller Erfolg, bei ähnlichen Veranstaltungen sollten in Zukunft aber die Rahmenbedingungen im Vorfeld klarer herausgestellt werden.

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres war sicherlich unsere Fahrt nach Stolberg/Harz. Vom 1.-8. Oktober zog es die „Harmonia“ zum ersten Mal in die Stolberger Partnerstadt. Nach der Anreise am Sonntag stand am Montag eine Ausflugsfahrt zum Kyffhäuser an, und am Abend gab das Orchester bereits das erste Konzert auf dem Stadtfest zum 10-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft. Anschließend wurde im gesamten Ort gefeiert, und so kamen die Mitgereisten gleich zu Beginn ihrer Fahrt in den Genuss einer fröhlichen Feier. Aufgrund dieses Festes waren zahlreiche „Rheinland-Stolberger“ ebenfalls im Harz, und am darauffolgenden Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, wurde beim großen Festakt ein weiteres Konzert gegeben. Am Abend konnte der Harz einmal von einer recht unbekannten Seite kennengelernt werden, denn bei einer geführten Fackelwanderung durch das Stolberger Umland erreichte man bald auch das Josephs-Kreuz, wo der ansässige Wirt extra für die Reisegruppe geöffnet hatte und einen zünftigen Glühwein ausschenkte. Am Mittwoch führte uns eine weitere Busfahrt nach Quedlinburg und auf einen Hexentanzplatz, und am Donnerstag zeigte uns unser Reiseführer Uwe Schmidt Stolberg selbst. Am Abend dann war die gesamte Gruppe eingeladen ins neue Abenteuerschwimmbad der Stadt Stolberg/Harz, und mir wurde hinterher erzählt, dass man von einigen Mitfahrern in der Sauna ganz neue Ansichten mitbekommen habe...  Eine weitere Besichtigungstour führte die Reisenden am Freitag quer durch den Harz mit dem Ziel Wernigerode, wo man nach einem Schlossbesuch in der Innenstadt flanieren konnte, bevor es mit der Harzer Schmalspurbahn und dem Bus zurück ins Hotel ging, wo bei einem geselligen Abend den Tag beschloss. Der Samstag sollte eigentlich ganz im Zeichen des geplanten großen Konzertes am Josephs-Kreuz stehen, dieses Zeichen war jedoch wegen des andauernden Regens nicht zu erkennen. Kurzerhand wurde umdisponiert, und das Konzert fand im Saal unserer Herberge, des Hotels „Kanzler“ statt. Leider fanden sich aufgrund dieser widrigen Umstände nicht so viele Zuhörer ein wie am Kreuz erwartet worden waren, trotzdem war der Saal gut gefüllt, und auch Bürgermeister Franke zeigte sich äußerst angetan und überreichte unserem Moderator Gerd Ulrich mit vielen Dankesworten eine Urkunde sowie einen Teller der Stadt Stolberg/Harz. Von meinem ersten Einsatz als Ersatz für Heiko als musikalischer Leiter werde ich mich vor allem an die erstaunte Kinderfrage erinnern, warum ich denn die ganze Zeit immer so viel mit dem Kopf genickt hätte. Am Sonntag ging es dann schon wieder heimwärts, und abschließend kann ich zur Stolberg-Fahrt nur noch einmal einen großen Dank an Frau Hacker vom Stolberger Fremdenverkehrsamt in den Harz schicken, die dort vorgefundene Gastfreundschaft kann man wirklich nur als Glücksfall für unsere Reisegruppe bezeichnen.

In die heiße Phase der Jubiläumsaktivitäten starteten die Spieler mit einem intensiven Probenwochenende im Josefshaus vom 13.-15. Oktober, um sich für das große Festkonzert schon einmal warm zu spielen. Zuvor gab es jedoch ein weiteres Highlight zu bestaunen: Am 17. Oktober eröffneten wir in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Stolberg eine Ausstellung zum Thema „50 Jahre Harmonia“. In den Räumen der Filiale Rathausstrasse wurden nicht nur auf zahlreichen Fotos und Dokumenten die Höhepunkte der Vereinsgeschichte vorgestellt, sondern auch einige Instrumente als Anschauungsobjekte gezeigt. Das Ensemble unter der Leitung von Elke Hoffmann-Kittel stellte dann auch gleich die musikalischen Fähigkeiten des Orchesters ins rechte Licht, und auch die Getränke sorgten für beste Stimmung zur feierlichen Eröffnung. Die Entscheidung, die eventuell geplanten Häppchen zugunsten einer farbig gedruckten Einladung wegzulassen, wurde dann auch mit leichtem Magenknurren akzeptiert... Die Ausstellung, die noch knapp 2 Wochen bis zum Festkonzert zu besichtigen war, kam denn auch bei den Gästen und Kunden der Sparkasse gut an, nicht zuletzt ein Verdienst der Vorarbeit von Monika Schnitzler und natürlich dem Ehepaar Schumacher, das in wochenlanger Heimarbeit die unzähligen Urkunden, Fotos, Zeitungsartikel usw. sortiert und aufbereitet hat – hierfür nochmals ein Riesendank.

Vor dem 21. Oktober hatte unsere Elke Hoffmann-Kittel seit langem einmal wieder so richtig Fracksausen, galt es doch für ihr Ensemble erstmals, ein komplettes Konzert alleine zu gestalten. Nach zahlreichen Auftritten bei Orchesterkonzerten oder bei auswärtigen Veranstaltungen war die kleine Gruppe vom Kulturverein Aachen-Brand eingeladen worden, im dortigen Pfarrheim eine Kostprobe ihres Könnens zu geben. Mit teils klassischen, teils unterhaltsameren Stücken schaffte sie es aber auch problemlos, den gestellten Ansprüchen in vollstem Maße gerecht zu werden, und die Zuhörer zeigten sich dementsprechend begeistert, so dass eine Einladung zu einem weiteren Konzert sofort nach dem Ende des ersten ausgesprochen wurde. Für Elke und ihre Spieler war dieses Konzert wieder eine perfekte Gelegenheit, das Image der Akkordeonmusik kräftig aufzupolieren und zu zeigen, das in unserem Instrument weit mehr steckt als Volksmusik und Polkaklänge.

Den krönenden Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete eindeutig das große Festkonzert am 28. Oktober 2000. Aufgrund des geplanten Mammutprogramms wurde der Beginn schon auf 18 Uhr gelegt, und obwohl wir vom Kulturzentrum ins Jugendheim Münsterbusch „ausgewandert“ waren, mussten noch kurz vor Beginn einige Tische beigeräumt werden, da auch dieser Saal rappelvoll ausverkauft war. Ca. 380 Zuhörer, darunter natürlich auch zahlreiche Ehemalige und geladene Gäste, lauschten dem „Besten aus 50 Jahren Harmonia“, wie z.B. der in monatelanger Kleinstarbeit ausgearbeiteten „Akademischen Festouvertüre“ oder dem Jazz-Klassiker „Take Five“, bei dem sich unsere Herren vom rechten Flügel als Rhythmusgruppe so richtig austoben konnten. Den langjährigen Mitgliedern bleibt sicherlich das Wiedersehen mit unserem Ehrendirigenten Friedrich Götz am Taktstock noch lange in Erinnerung, der nach 10 Jahren ein grandioses Comeback absolvierte. Nach dem Orchester und dem Ensemble brachte schließlich Prof. Victor Romanko aus Russland den Saal endgültig zum Toben, mit seinen solistischen Klassikbearbeitungen ebenso wie mit seinen fantastischen Improvisationen über vom Publikum zugerufene Musikwünsche. Nach diesem langen, aber absolut hörenswerten Konzertprogramm konnte man noch einen Imbiss zu sich nehmen und zu den Klängen der Band „Shirkan“ das Tanzbein schwingen, aber aufgrund akuter Erschöpfungserscheinungen nach diesem ereignisreichen Tag zog es die meisten schon bald zur wohlverdienten Nachtruhe. Auch hier gilt allen Spielern und Helfern ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit, aber ich denke, ich spreche für alle Beteiligten, wenn ich ohne Übertreibung sage, das dieses Konzert einen weiteren unvergesslichen Höhepunkt der Harmonia-Geschichte hinzugefügt hat.

Wie immer zum Ende des Jahres, standen auch 2000 wieder einige Weihnachtsfeiern auf dem unteren Ende des Terminplans. Los ging es am 25.11. beim VdK in Vicht, wo aber nicht nur adventliche Klänge, sondern auch lockere Unterhaltungsmusik gespielt wurde. Unsere eigene Weihnachtsfeier am 3.12. in der Gaststätte Contzen war trotz des aus Zeitmangel ausgefallenen Theaterstücks mit einem vollen Programm wieder ein gemütlicher Ausklang des diesmal wirklich ereignisreichen Jahres, und mit einer anschließenden Diashow wurde noch einmal im Schnelldurchlauf die Ferienfahrt in den Harz in Erinnerung gerufen. Traditionsgemäß spielte das Orchester dann am 9.12. noch bei der Weihnachtsfeier des Kerpenwerkes, und mit den letzten Proben vor Jahresende stellte Heiko dann schon einmal einige musikalische Leckerbissen für das Jahr 2001 vor – die Spieler freuen sich jetzt schon auf die Aufführung von „Miss Marple“ und anderen Stücken.

Zusammenfassend möchte ich noch einmal allen Beteiligten an dem Mammutprogramm im Jubiläumsjahr 2000 für ihr Engagement und ihre tatkräftige Unterstützung danken. Insbesondere möchte ich Monika Schnitzler, Vera Schumacher, sowie natürlich unserem scheidenden Vorsitzenden Detlef Deuil einen ganz besonderen Dank aussprechen – vom Info-Tag über die Ausstellung und die Ferienfahrt bis hin zum Festkonzert gab es zusätzlich zum „normalen“ Alljahresprogramm einen ganzen Batzen Arbeit, und ohne Eure Hilfe wäre ein solcher Marathon einfach unmöglich gewesen. Nicht zu vergessen selbstverständlich auch unsere musikalischen Leiter Elke Hoffmann-Kittel und Heiko Menzel sowie alle Spieler und Spielerinnen, die im vergangenen Jahr satte 13 Konzerttermine zu absolvieren hatten – auch hierfür ein großes Danke an alle für die geleistete Arbeit.

Ich wünsche uns allen ein vielleicht etwas geruhsameres Jahr 2001, aber auch weiterhin viel Erfolg und natürlich viel Spaß bei den nächsten 50 Jahren „Harmonia“ und bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit.

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