Der erste Termin im Jahre 1999 (abgesehen von den üblichen schon laufenden Proben) war natürlich unsere Jahreshauptversammlung am 26. Februar. Diesmal standen wieder Vorstandswahlen auf der Tagesordnung, und nach dem Ausscheiden von Hans-Jürgen Schlösser aus dem Verein hat sich mit Vera Schumacher eine neue stellvertretende Vorsitzende neben Elmar Rißmayer gesellt, die in ihrem ersten Amtsjahr schon bestens etabliert hat. Negativ war jedoch ein recht heftiges Kassenminus aus dem Jahre 1998 von über 8000 DM zu vermelden, das zwar zur Hälfte aus Vorauszahlungen aus dem Vorjahr aufgefangen wurde, aber dennoch ein mittelprächtiges Loch in Mia’s strenges Budget riss, hauptsächlich hervorgerufen durch die Innsbruck-Fahrt.
Bevor es dann im Sommer so richtig mit der Konzertsaison losging, erholte man sich zuerst noch beim alljährlichen Wandertag. Bei dieser rundum gelungenen Veranstaltung am 13. Mai 99 erfreuten sich wieder ca. 60 Harmonia-Freunde bei Spiel, Spaß und Suppe im ASEAG-Heim Mulartshütte.
Am 29. Mai wurde es dann ernst – das erste Harmonia-Konzert des Jahres stand auf dem Programm, und dazu noch im Aachener Eurogress! Beim 75-jährigen Jubiläum des ASEAG-Chores waren wir geladen, den bunten Abend in diesem Saal zu eröffnen. Die Darbietungen wurden sowohl vom Publikum als auch von der Presse dankbar angenommen, anscheinend waren viele Zuhörer schon deshalb hocherfreut, weil sie nach –zig Männerchören hintereinander endlich noch einmal andere Klänge vernehmen konnten...
Ein für den darauffolgenden 30. Mai vorgesehenes Konzert auf dem Pfarrfest in Vicht artete vor Ort nach anfänglichem Chaos und einem Umzug in die Mehrzweckhalle doch noch in eine halbwegs vernünftige Musikveranstaltung aus. Durch eine anscheinend verpatzte Planung im Vorfeld seitens der Veranstalter und eines wohl nicht einkalkulierten Regeneinbruchs standen uns weder eine trockene Bühne noch genügend Sitzgelegenheiten zur Verfügung, so dass man kurzerhand das Konzert vom Festplatz in die Festhalle umdisponierte, wo dann wiederum keine Verstärkeranlage vorhanden war. Insgesamt ist aber dann doch ein gelungenes Konzert herausgekommen, und die Vereinskasse freute sich wenigstens über das Honorar - so hat sich das altbekannte Lied „Am 30. Mai ist der Weltuntergang“ doch nur halbwegs erfüllt...
Am 13. Juni spielte die „Harmonia“ wieder im Brückenkopfpark in Jülich. Nachdem unser Konzert 1998 auf der Landesgartenschau gut angekommen war, wurden wir auch dieses Jahr hierhin wieder eingeladen. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit – bis zum Konzertbeginn regnete es buchstäblich Bindfäden, so dass sich selbst einige Spieler nicht aus dem Auto trauten und dementsprechend so gut wie kein Mensch über das Gelände lief. Pünktlich mit den ersten Tönen ließ aber nicht nur der Regen nach, es lockerte sogar auf und die Sonne zeigte sich hin und wieder – dies brachte uns zwar nur einige wenige Zuhörer, dafür aber die Gewissheit, dass Petrus ein Musikfreund sein muss.
Zu einem musikalischen Doppelschlag in Aachen holten wir dann am 4. Juli aus. Morgens gestalteten wir ein Konzert in den Kurparkterrassen in Burtscheid und nachmittags spielten wir dann noch einmal im Kurpark Monheimsallee. Dazwischen ließ man es sich gemeinsam im Restaurant an den Kurparkterrassen gut schmecken, so dass diesen leichten Stress alle gut verkraftet haben.
Den Abschluss der Kurkonzertsaison bildete dann unser traditionelles Konzert im Heimbacher Kurpark. Am 25. Juli kamen nicht nur zahlreiche Zuhörer, sondern auch die Stolberger Nachrichten berichteten im Rahmen ihrer schon länger versprochenen Vereinsvorstellung ausführlich über uns.
Am 7. August kamen unsere Fans wieder zu einem besonderen Musikerlebnis. Beim Burgkonzert hatten die Harmonia-Spieler wieder Akkordeonliteratur fernab vom üblichen Unterhaltungsrepertoire auf dem Programm stehen. Unter dem Motto „Kontraste“ spielte das Ensemble unter der Leitung von Elke Hoffmann-Kittel klassische Werke, wie viele sie vom Akkordeon gar nicht erwartet hätten, während das große Orchester unter dem Dirigat von Heiko Menzel moderne Originalliteratur vorstellte. Nicht nur das Publikum zeigte sich begeistert, auch die Zeitungskritik fiel über alle Maßen positiv aus. So wurde unter dem Titel „Ein brillantes Feuerwerk des musikalischen Temperaments“ vor allem das „glänzend, ja hinreißend“ aufspielende Ensemble für seine „zauberhaften Klänge und virtuose Spiellaune, gepaart mit einer makellosen Prägnanz“ gelobt, und insgesamt wurden „beide Musikgruppen den an sie gestellten Anforderungen voll gerecht“. (SZ-Konzertkritik 12.8.99)
Ausnahmsweise fand dann am 29. August etwas nicht statt: Die für diesen Termin geplante Wanderrallye musste leider mangels Teilnehmern ausfallen. Anscheinend war der Zeitpunkt so unglücklich gewählt, dass sich nicht genügend Interessenten für diese doch recht aufwendig zu organisierende Veranstaltung fanden. Da die Idee an sich immer noch positiv ankommt, bleibt zu hoffen, dass in Zukunft eine ähnliche Tour doch noch stattfinden kann.
Dass mit dem Akkordeon eben auch gerade klassische Werke hervorragend spielbar sind, bewiesen die Harmonianer auch am 25. September, als unser langjähriger Vorsitzender Berthold Kranzhoff eine für ihn ganz neue Rolle als Brautvater einnahm und seine Tochter Silke vor den Traualtar führte. Unvergessen von dieser Hochzeit bleiben sicherlich der Fürbittenleser, der hoffnungsvoll für einen Sieg der Alemannia betete, und die Strip-Einlage von Elmar auf der Orgelempore, die die arme Organistin fast vom Hocker fielen ließ.
Für unser alljährliches Herbstkonzert hatten wir uns mit unserer Wunschaktion ein ganz besonderes Schmankerl für unsere treuen Fans ausgedacht. Diese haben uns allerdings auf den Wunschzetteln anscheinend mit voller Absicht in jeder Kategorie die größten „Brocken“ ausgesucht, so dass neben solchen Mammutwerken wie „Wilhelm Tell“ selbst in der Kategorie „Volkstümliches“ noch an einem Würthner-Potpourri geochst werden musste. Hervorzuheben bei diesem Konzert sind sicherlich unsere Gastsängerin Nora Assent, die bei uns ihre ersten Soloerfahrungen machte, und das gnadenlose „Mozart-Ensemble“ unter der Führung von Berto Haß. Auch dieses Konzert fand nicht nur bei den Zuhörern großen Anklang, sondern auch bei der Presse. So schrieb die SZ: „Dieser Abend zeigte deutlich die erhebliche Bandbreite, die das Akkordeon erreichen kann. Durch diese Abwechslung gelang den Spielern ein voller Erfolg.“ Diesen Sätzen kann ich mich da nur noch voll anschließen.
Das nächste musikalische Highlight brachte ebenfalls Akkordeonklänge in Bestform zu unseren Stolberger Musikfreunden, diesmal konnten sich die Harmonia-Spieler allerdings gemütlich zurücklehnen und genießen: Das Landes-Jugendakkordeonorchester NRW war zu Gast im Rittersaal der Stolberger Burg. Über unsere Spielerin Juliane Wühr, die dort mitspielt, kam der Kontakt zustande, und nach einiger Vorarbeit unsererseits konnten wir dieses Auswahlensemble am 7. November in Stolberg präsentieren.
Einen Auftritt der besonderen Art hatte das Ensemble am 2.12.bei der Aachen-Münchener Versicherung. Zu Ehren des in Ruhestand gehenden Günter Markmann ließ man es sich nicht nehmen, dort bei seiner Abschiedsfeier nicht nur kräftig am Büffet zuzuschlagen, sondern natürlich auch vorher ein ausgiebiges Ständchen zu spielen.
So richtig gemütlich wurde es dann am 5. Dezember bei unserer traditionellen Weihnachtsfeier im Saal Contzen. Trotz des leider ausgefallenen Theaterstücks war das Programm prall gefüllt. Neben Nikolaus, Tombola und Märchenonkel sind hier besonders die Familie Huberti, die einen Ausschnitt aus ihrem Zirkusprogramm darboten, sowie die Darsteller des Weihnachtssketches und die kleine Musikgruppe dankend zu erwähnen. Bei den Spielern kam auch bei der Bescherung Freude auf, wurden hier doch streng limitierte Harmonia-CD’s vom Herbstkonzert verschenkt.
Ebenso weihnachtlich ging es dann am 11. Dezember auf der Weihnachtsfeier bei Kerpen-Kabel zu, wo wir die musikalische Umrahmung gestalteten, sowie einen Tag später bei einer Senioren-Adventsfeier der Siedlergemeinschaft Atsch. Hier fiel es allerdings einigen Spielern schon sichtlich schwer, sich von dem hervorragenden Kuchenangebot zu trennen und dann doch noch auf die Bühne zu kommen, um den zahlreichen Senioren einen vergnüglichen Nachmittag zu bereiten.
Den Abschluss des Jahres 1999 bildete dann ein Auftritt bei der Premiere des Zirkus Huberti in Aachen. Bei unserem langjährigen Freund Ralf Huppertz und seiner Crew war es für uns eine Freude, wieder einmal in seinem Zirkuszelt aufzuspielen und zu seiner Saisoneröffnung einen Beitrag zu leisten.
Soweit waren das unsere Veranstaltungen des Geschäftsjahres 1999. Zum Schluss möchte ich noch einige Zahlen anbringen, die in diesem Jahr ebenfalls nicht unter den Tisch fallen sollten. Zunächst einmal begrüße ich noch einmal ganz herzlich unsere drei Neuzugänge Susanne, Jürgen und Arne, die wir dieses Jahr als Spieler in unseren Reihen willkommen heißen konnten – und das in Zeiten, wo die allermeisten Orchester stetige Abwanderungen oder gar Auflösungen vermelden müssen. Desweiteren können wir freudig vermelden, dass wir kurz vor Jahresende bereits über 100 CD’s verkauft haben. Ein herzlicher Dank an alle Käufer und alle, die unsere Musik so gut weiterverkauft haben, dass wir bereits gut ein Jahr nach Erscheinungstermin in der Gewinnzone in Sachen CD-Verkauf sind. Die letzte Zahl, die ich nennen möchte, lautet 2887 – so viele Zugriffe hatte unsere Homepage bis zum 31.12.1999, und damit hat sie uns in weniger als zwei Jahren seit Onlinegang nicht nur zwei neue Mitglieder, sondern auch einige verkaufte CD’s, Kartenreservierungen für’s Herbstkonzert und sogar E-Mail-Kontakte von alten Berliner Bekannten beschert.
Bevor ich zum Ende meines Geschäftsberichtes komme, möchte ich mich nochmals bei allen Spielern, den Vorstandsmitgliedern und all den anderen treuen Harmonia-Freunden bedanken für die im letzten Jahr geleistete Arbeit. Im Hinblick auf unsere zahlreichen Veranstaltungen in unserem Jubiläumsjahr hoffe ich auch für 2000 auf entsprechende Unterstützung. Mit Chronik, Info-Tag, Ausstellung, Ferienfahrt und nicht zuletzt Festkonzert haben wir sicherlich noch eine Menge Arbeit vor uns, aber auch sicherlich eine Menge Spaß. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein richtig tolles Jubiläumsjahr und danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.

Geschäftsbericht 1999

